Startseite Blog IGL-Tempolimit Österreich
IG-L Tempolimit 100 km/h Schild auf österreichischer Autobahn
RatgeberApril 2026

IGL-Tempolimit Österreich 2026 –
Wo gilt der Luft-Hunderter?

Auf vielen österreichischen Autobahnen gilt statt Tempo 130 nur Tempo 100 — das sogenannte IGL-Tempolimit oder „Luft-Hunderter". Die Strafen liegen zwei- bis fünfmal höher als bei normalen Geschwindigkeitsübertretungen und werden konsequent nach Deutschland vollstreckt. In diesem Ratgeber erfährst du, wo das IGL-Tempolimit aktuell noch gilt, was sich 2025/2026 geändert hat und worauf du als deutscher Autofahrer auf dem Weg in den Urlaub achten musst.

Das Wichtigste in Kürze

Das IGL-Tempolimit basiert auf dem Immissionsschutzgesetz-Luft und soll die Luftqualität in Alpentälern schützen. Die längste Strecke ist die A12 Inntalautobahn (Kufstein–Zirl, ca. 90 km, permanent 100 km/h). Salzburg und die Steiermark haben ihre Limits aufgehoben — Tirol hält daran fest. E-Autos sind ausgenommen, Plug-in-Hybride nicht.

Grundlagen

Was ist das IGL-Tempolimit?
Immissionsschutzgesetz-Luft erklärt

IGL steht für Immissionsschutzgesetz-Luft (BGBl. I Nr. 115/1997) — ein österreichisches Bundesgesetz, das seit 1997 in Kraft ist und EU-Luftqualitätsrichtlinien umsetzt. Es erlaubt den Landesregierungen, auf Autobahnabschnitten mit hoher Schadstoffbelastung Tempo 100 statt 130 anzuordnen.

Der Grund: Bei Tempo 100 stößt ein PKW rund 51 % weniger Stickoxide (NOx) und etwa 35 % weniger Feinstaub aus als bei 130 km/h. Besonders in engen Alpentälern wie dem Inntal, wo Inversionslagen die Schadstoffe am Boden halten, macht das einen großen Unterschied.

In Österreich wird das IGL-Tempolimit umgangssprachlich „Luft-Hunderter" oder „Lufthunderter" genannt. Die Schilder tragen die Zusatztafel „IG-L" — das signalisiert nicht nur Tempo 100, sondern auch den deutlich höheren Strafrahmen.

Für deutsche Autofahrer wichtig: Das IGL-Tempolimit sieht aus wie ein normales Tempo-100-Schild, hat aber eine andere gesetzliche Grundlage und deutlich höhere Strafen. Wer die „IG-L"-Zusatztafel übersieht, zahlt im Zweifel das Doppelte bis Fünffache.
Streckenübersicht

Wo gilt der Luft-Hunderter
Stand 2026?

Die Situation hat sich 2023–2025 stark verändert. Salzburg und die Steiermark haben ihre IGL-Limits aufgehoben, während Tirol, Oberösterreich, Kärnten und Vorarlberg daran festhalten.

🇦🇹
A12 Inntalautobahn (Tirol)
Kufstein (DE-Grenze) – Zirl · ~90 km · permanent
Tempo 100
🇦🇹
A13 Brennerautobahn (Tirol)
Innsbruck – Schönberg · ~12 km · permanent
Tempo 100
🇦🇹
A1 Westautobahn (Oberösterreich)
Allhaming – Enns · ~14 km · flexibel (nur bei hoher Belastung)
Flexibel
🇦🇹
A2 Südautobahn (Kärnten)
Klagenfurt + Völkermarkt · flexibel (nur bei hoher Belastung)
Flexibel
🇦🇹
A2 Südautobahn (Steiermark)
Graz Feldkirchen · kurzer Abschnitt · permanent
Tempo 100
🇦🇹
A10 Tauernautobahn (Salzburg)
Ehemals Knoten Salzburg – Golling · 27 km
Aufgehoben
Für die Fahrt zum Skiurlaub entscheidend: Wer über Kufstein nach Tirol einfährt, steht sofort im IGL-Bereich — und das auf fast 90 Kilometern bis Zirl. Die A13 Richtung Brenner schließt sich mit weiteren 12 km an. Diese Strecke ist die mit Abstand längste und am intensivsten überwachte IGL-Zone Österreichs.
Gut zu wissen

Permanent oder flexibel —
zwei grundverschiedene Systeme

Das IGL kennt zwei Umsetzungsvarianten, deren Unterschied für Autofahrer erheblich ist:

A
Permanentes Tempolimit — gilt rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr, unabhängig von der aktuellen Luftqualität. Erkennbar an festen Verkehrsschildern mit Zusatztafel „IG-L". So in Tirol (A12/A13) und im steirischen Abschnitt bei Graz-Feldkirchen.
B
Flexibles (immissionsabhängiges) System — wird nur bei erhöhter Schadstoffbelastung aktiviert. Messstellen prüfen im Halbstundentakt NO₂- und Feinstaubwerte. Die Anzeige erfolgt über elektronische Überkopftafeln. Zeigt die Anzeige kein Limit, gilt regulär Tempo 130. So in Oberösterreich (A1) und Kärnten (A2).

Im Winter wird das flexible System deutlich häufiger aktiviert als im Sommer — Inversionslagen und Heizungsemissionen treiben die Werte hoch. Beim permanenten System in Tirol gibt es keinen Unterschied: Tempo 100 gilt immer, egal ob Hochsommer oder Silvester.

Achtung

IGL-Strafen — warum der Luft-Hunderter
deutlich teurer ist

Der gravierendste Unterschied zu normalen Tempolimits liegt in der Strafhöhe. Der gesetzliche Strafrahmen nach § 30 IG-L reicht bis 2.180 Euro. In der Praxis liegen IGL-Bußgelder regelmäßig beim Zwei- bis Fünffachen vergleichbarer StVO-Strafen.

11 km/h zu schnell (normales Limit)~55 €
11 km/h zu schnell (IGL-Bereich)150–220 €
20 km/h zu schnell (IGL-Bereich)bis 300 €+
Theoretischer Maximalrahmen § 30 IG-L2.180 €

Doppelbestrafung möglich: Wer im IGL-100-Bereich z.B. 161 km/h fährt, kann zwei getrennte Strafen erhalten — eine nach dem IG-L und eine nach der StVO (Überschreitung des generellen 130-km/h-Limits).

Vollstreckung in Deutschland: Österreichische Bußgelder werden ab 25 Euro nach Deutschland vollstreckt — das ist niedriger als die EU-weite 70-Euro-Schwelle. Punkte in Flensburg gibt es zwar nicht, aber der Bußgeldbescheid wird zugestellt und ist vollstreckbar.

Allein in Tirol wurden 2024 rund 5,6 Millionen Euro an IGL-Strafen verhängt. Auf der A12 überwachen sechs stationäre Frontradaranlagen und Section-Control-Anlagen (Abschnittskontrolle über mehrere Kilometer) den Luft-Hunderter.

E-Mobilität

E-Autos dürfen schneller fahren —
mit Einschränkungen

Seit Juli 2019 sind rein elektrisch angetriebene Fahrzeuge und Wasserstoff-Brennstoffzellenfahrzeuge vom IGL-Tempolimit ausgenommen. Seit Anfang 2021 gilt dies auch für ausländische E-Autos — also auch für deutsche Fahrzeuge mit E-Kennzeichen. In IGL-100-Zonen dürfen E-Autos regulär 130 km/h fahren.

Drei wichtige Einschränkungen:

!
Plug-in-Hybride sind nicht ausgenommen — auch wenn sie ein deutsches E-Kennzeichen tragen. Die Ausnahme gilt nur für reine Batteriefahrzeuge und Brennstoffzellen-Fahrzeuge.
!
Nur bei „IG-L"-Schildern — das nächtliche Tempolimit (22–05 Uhr, 110 km/h) auf Transitautobahnen basiert auf der StVO und gilt auch für E-Autos.
!
Irrtümliche Strafzettel möglich — automatische Radaranlagen erkennen ausländische E-Kennzeichen nicht immer korrekt. In diesem Fall lohnt sich ein Einspruch.
Aktuell

Was sich 2024 bis 2026
verändert hat

Die IGL-Landschaft Österreichs ist im Umbruch. Drei wesentliche Entwicklungen:

1
Salzburg machte den Anfang (November 2023) — der Luft-Hunderter auf der A10 Tauernautobahn (27 km) wurde aufgehoben. Begründung: Die NO₂-Grenzwerte wurden drei Jahre lang dauerhaft unterschritten. Hauptursachen: bessere Abgasreinigung seit dem Dieselskandal und steigender E-Auto-Anteil.
2
Steiermark folgte (April 2025) — die flexiblen IGL-Limits auf vier Korridoren der A2 und A9 rund um Graz (insgesamt ~94 km) wurden aufgehoben. Nur der permanente Abschnitt bei Feldkirchen bleibt bestehen.
3
Tirol hält eisern fest — Landeshauptmann Mattle erklärte unmissverständlich, dass der Lufthunderter nicht zur Diskussion steht. Der Grund: Das permanente IGL-Tempolimit ist Voraussetzung für Tirols gesamtes Anti-Transit-Paket (sektorales Lkw-Fahrverbot, Nachtfahrverbot). Tirol plant stattdessen eine Erweiterung um eine „IG-Lärm"-Komponente.
Praxis

10 Tipps für deutsche Autofahrer
auf dem Weg nach Österreich

1
„IG-L"-Zusatztafel beachten — sie signalisiert den höheren Strafrahmen. Normales 100er-Schild = StVO-Strafe. 100er-Schild + IG-L = bis zu fünffache Strafe.
2
Nicht auf das Navi verlassen — weder Google Maps noch eingebaute Systeme zeigen dynamische IGL-Limits zuverlässig an. Die elektronischen Überkopfanzeigen sind die einzig verlässliche Quelle.
3
Ab Kufstein gilt sofort Tempo 100 — wer mit deutschem Autobahntempo über die Grenze rollt, steht schnell im Strafbereich. Direkt nach dem Grenzübergang bremsen!
4
Doppelstrafen möglich — bei hohen Überschreitungen drohen zwei getrennte Bußgelder (IG-L + StVO).
5
Bußgelder sofort bezahlen — dann gibt es keinen Eintrag im Verwaltungsstrafregister, der bei Wiederholung strafverschärfend wirkt.
6
Section Control misst Durchschnittsgeschwindigkeit — punktuelles Bremsen vor dem Blitzer hilft bei Abschnittskontrolle nicht.
7
E-Auto ≠ Plug-in-Hybrid — nur rein elektrische Fahrzeuge sind ausgenommen. PHEVs zahlen voll.
8
Nacht-Tempolimit beachten — 22–05 Uhr gilt auf A10, A12, A13, A14 zusätzlich Tempo 110 (StVO-basiert). Hier gibt es keine E-Auto-Ausnahme.
9
Aktuellen Stand prüfen — die IGL-Verordnungen ändern sich derzeit häufig. Die ADAC-Seite zum Umwelt-Tempolimit bietet aktuelle Infos.
10
Am Brenner wird es in Italien noch strenger — am Grenzübergang gilt sofort Tempo 60. Die italienische Polizei kontrolliert dort intensiv mit Lasermessung.
Dachbox Zentrum

Dachbox & IGL-Tempolimit —
was du wissen musst

Wer mit Dachbox auf dem Auto nach Österreich fährt, sollte besonders aufmerksam sein. Eine Dachbox verändert die Aerodynamik deines Fahrzeugs — bei Tempo 130 merkst du das deutlich an Windgeräuschen und Spritverbrauch. Bei Tempo 100 ist die Belastung für Dachbox und Befestigung wesentlich geringer.

Der IGL-Luft-Hunderter ist in diesem Fall sogar ein Vorteil: Du fährst ruhiger, sparst Sprit und schonst dein Equipment. Wichtig: Achte darauf, dass die Dachbox korrekt montiert ist und die maximale Dachlast deines Fahrzeugs nicht überschritten wird — die findest du im Fahrzeughandbuch (nicht im Fahrzeugschein).

Noch keine Dachbox für den Urlaub?Thule Dachboxen ab 5 €/Tag mieten · Montage inklusive · Keine Kaution
Dachbox mieten →
Bereit für den Urlaub?

Dachbox mieten, Schneeketten dazu —
sorgenfrei nach Österreich

Thule Dachboxen ab 5 €/Tag · Schneeketten ab 6 €/Tag · Montage inklusive · Keine Kaution