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Ratgeber · 6 Min Lesezeit · 2026

Kindersitz im Urlaub:
Mieten oder eigenen mitnehmen?

Der eigene Kindersitz ist sperrig, der vom Mietwagen oft fragwürdig. Wir zeigen dir alle Optionen – mit ehrlicher Empfehlung für jede Situation.

Was sagt das Gesetz?

In Deutschland und in der gesamten EU gilt: Kinder bis 12 Jahre oder unter 150 cm müssen in einem geeigneten Kindersitz transportiert werden. Das gilt im eigenen Auto genauso wie im Mietwagen, Taxi oder im Auto von Freunden und Verwandten.

Wer ohne passenden Sitz fährt, riskiert 30 € Bußgeld pro Kind – und einen Punkt in Flensburg. Aber viel wichtiger: Ein ungesichertes Kind ist bei einem Unfall in Lebensgefahr.

Option 1: Eigenen Kindersitz mitnehmen

Die naheliegendste Lösung: Den eigenen Sitz einpacken.

Vorteile:
Dein Kind kennt den Sitz und fühlt sich wohl. Du weißt, dass er korrekt funktioniert und zum Auto passt. Keine Zusatzkosten.

Nachteile:
Kindersitze sind sperrig – besonders Babyschalen und Reboarder. Sie nehmen im Kofferraum enorm viel Platz weg. Bei Flugreisen kosten sie oft extra als Sondergepäck. Und wenn du vor Ort einen Mietwagen nimmst, passt der eigene Sitz möglicherweise nicht ins andere Fahrzeug.

Unser Tipp: Wenn du mit dem eigenen Auto fährst, nimm den Kindersitz mit und lagere das extra Gepäck in einer Dachbox aus. So bleibt der Kofferraum frei für den Sitz und die Kinder-Essentials.

Option 2: Kindersitz beim Mietwagen

Die meisten Autovermietungen bieten Kindersitze als Zusatzoption an. Klingt bequem, hat aber Haken:

Vorteile:
Kein eigenes Gepäck nötig. Buchung online möglich.

Nachteile:
Teuer: 8–15 € pro Tag, bei 2 Wochen Urlaub schnell 100–200 € extra. Qualität unklar – du weißt nicht welches Modell oder welchen Zustand du bekommst. Oft veraltete Modelle. Hygiene fraglich – die Sitze werden nicht immer gründlich gereinigt. Verfügbarkeit nicht garantiert – besonders in der Hochsaison sind Sitze oft ausgebucht.

Vorsicht bei Mietwagen-Kindersitzen

ADAC-Tests haben gezeigt, dass Kindersitze bei Mietwagenanbietern häufig veraltet, beschädigt oder nicht korrekt eingebaut sind. Verlasse dich nicht blind darauf – prüfe den Sitz immer vor der Abfahrt auf Beschädigungen und korrekten Einbau.

Option 3: Kindersitz lokal mieten

Die dritte Option – und unserer Meinung nach oft die beste: Einen geprüften Kindersitz bei einem spezialisierten Anbieter mieten.

Vorteile:
Deutlich günstiger als beim Mietwagen (bei uns ab 3,50 €/Tag). Du bekommst aktuelle Markenmodelle (Britax Römer, Cybex) in einwandfreiem Zustand. Jeder Sitz ist geprüft und professionell gereinigt. Du weißt genau welches Modell du bekommst. Du kannst den Sitz vor der Reise abholen und in Ruhe einbauen.

Nachteile:
Du musst den Sitz abholen und zurückbringen. Nur sinnvoll wenn der Anbieter in deiner Nähe ist.

Der große Vergleich

Eigener SitzMietwagen-SitzLokal mieten
Kosten0 € (vorhanden)8–15 €/Tagab 3,50 €/Tag
QualitätBekannt & vertrautUnbekanntGeprüft & gereinigt
Marke / ModellEigene WahlKeine WahlBritax Römer / Cybex
HygieneSelbst kontrolliertFraglichProfessionell gereinigt
Platz im AutoSperrig im KofferraumVor Ort verfügbarVorher einbauen
VerfügbarkeitImmer daNicht garantiertReservierbar
Für FlugreiseSondergepäck (teuer)Am FlughafenAm Heimatort

Welcher Sitz für welches Alter?

Es gibt fünf Klassen von Kindersitzen – welche dein Kind braucht, hängt vom Gewicht und Alter ab:

KlasseGewichtAlter (ca.)Typ
0bis 10 kg0–9 MonateBabyschale (rückwärts)
0+bis 13 kg0–15 MonateBabyschale (rückwärts)
I9–18 kg9 Monate – 4 JahreReboarder / Vorwärtssitz
II15–25 kg3–7 JahreKindersitz mit Rückenlehne
III22–36 kg6–12 JahreSitzerhöhung (mit/ohne Lehne)

Bei uns bekommst du Kindersitze für alle Klassen – von der Babyschale bis zur Sitzerhöhung. Wenn du unsicher bist welche Klasse dein Kind braucht, schreib uns einfach Alter und Gewicht per WhatsApp.

Kindersitz im Winter – Jacke aus!

Ein Thema das viele Eltern nicht kennen: Dicke Winterjacken sind im Kindersitz gefährlich. Der Gurt muss eng am Körper des Kindes anliegen. Bei einer dicken Jacke entsteht zwischen Gurt und Körper ein Polster von mehreren Zentimetern. Bei einem Aufprall kann das Kind unter dem Gurt durchrutschen.

Die Lösung: Jacke ausziehen, Kind anschnallen, Jacke als Decke drüberlegen. Oder eine dünne Fleece-Jacke für die Fahrt. Die dicke Winterjacke kommt in die Dachbox.

Mehr Tipps für den Winterurlaub mit Kindern findest du in unserem Skiurlaub-Guide.

Sonderfall: Flugreise mit Kindersitz

Bei Flugreisen hast du drei Optionen:

Kindersitz als Sondergepäck aufgeben – die meisten Airlines transportieren Kindersitze kostenlos oder gegen geringe Gebühr. Nachteil: Der Sitz kann beim Transport beschädigt werden. Packe ihn in einen Transportbeutel.

Kindersitz im Flugzeug nutzen – wenn du einen Sitzplatz für dein Kind gebucht hast, darfst du den Kindersitz an Bord verwenden (muss "For use in aircraft" zertifiziert sein). Vorteil: Dein Kind sitzt sicher und bequem.

Am Zielort mieten – am einfachsten wenn du vor Ort einen Mietwagen nimmst. Bei uns in Hürth bei Köln kannst du den Sitz vor dem Flug abholen und nach der Rückkehr zurückbringen.

Checkliste vor der Abfahrt

1. Kindersitz passt zur Gewichtsklasse des Kindes
2. Sitz korrekt eingebaut (Isofix oder Gurt – Anleitung prüfen!)
3. Gurt liegt eng am Körper (keine dicke Jacke!)
4. Sitz wackelt nicht (max. 2 cm Spiel in jede Richtung)
5. Kopfstütze auf richtige Höhe eingestellt
6. Bei Babyschale: Griff in Fahrposition arretiert
7. Lieblingsspielzeug / Schnuller griffbereit (nicht im Kofferraum!)
8. Sonnenschutz für Seitenfenster (Saugnapf oder Rollo)

Fazit

Für die meisten Familien die mit dem eigenen Auto in den Urlaub fahren, ist die Kombination die beste: eigenen Kindersitz mitnehmen und eine Dachbox für das extra Gepäck. Wer einen zweiten Sitz braucht, vor Ort einen Mietwagen hat oder einfach Platz sparen will, fährt mit einem gemieteten Kindersitz von uns deutlich besser als mit dem Mietwagen-Angebot.

Mehr Reisetipps für Familien findest du in unserer Camping-Packliste und im Reisen-mit-Hund Guide.