Stützlast berechnen
Passt eine Heckbox an mein Auto?
Die Stützlast entscheidet, ob du eine Heckbox nutzen kannst — und wie viel du einladen darfst. Hier findest du die Formel, eine Fahrzeugtabelle mit 20+ Modellen und die Antwort auf die wichtigste Frage vor der Buchung.
Inhalt
Du willst eine Heckbox mieten — aber passt die überhaupt an dein Auto? Die Antwort hängt von einer einzigen Zahl ab: der Stützlast. Diesen Artikel gibt es in der Form noch nirgendwo im deutschsprachigen Internet — hier bekommst du die Formel, eine Tabelle mit über 20 gängigen Fahrzeugen und drei durchgerechnete Beispiele.
Was ist die Stützlast?
Die Stützlast ist das maximale Gewicht, das auf den Kugelkopf deiner Anhängerkupplung drücken darf — also die vertikale Last nach unten. Sie wird vom Fahrzeughersteller festgelegt und hängt von der Konstruktion der Hinterachse, der Karosserie und der AHK ab.
Die Stützlast ist nicht das Gleiche wie die Anhängelast. Die Anhängelast sagt, wie schwer ein gezogener Anhänger sein darf. Die Stützlast dagegen betrifft nur die Kraft, die direkt auf dem Kugelkopf lastet — und genau dort sitzt die Heckbox.
Typische Stützlasten liegen zwischen 50 kg (Kleinwagen) und 150 kg (große SUVs). Die meisten Mittelklasse-Autos und E-Autos haben 75–100 kg.
Die Formel: So rechnest du
Stützlast deines Autos
− Gewicht Platform + Box (Systemgewicht)
= Verfügbare Zuladung für Gepäck
So einfach ist es. Die verfügbare Zuladung ist das, was du tatsächlich in die Box laden darfst. Dabei gilt zusätzlich: Die maximale Zuladung der Box selbst (bei der Thule Arcos: 50 kg) darf ebenfalls nicht überschritten werden. In der Praxis ist die Stützlast aber fast immer der begrenzende Faktor.
Wo finde ich meine Stützlast?
Es gibt zwei Stellen, an denen die Stützlast steht:
1. Im Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I), Feld 13. Dort steht die vom Hersteller freigegebene Stützlast in kg. Nicht jedes Fahrzeug hat dieses Feld ausgefüllt — bei Autos ohne AHK ab Werk kann es leer sein.
2. Auf dem Typenschild der Anhängerkupplung. Jede AHK hat ein kleines Metallschild (meist am Querträger), auf dem die zulässige Stützlast eingeprägt ist. Bei nachrüstbaren AHKs kann dieser Wert niedriger sein als der vom Fahrzeughersteller angegebene.
Stützlast-Tabelle: 20+ Fahrzeuge
Hier findest du die typischen Stützlasten der beliebtesten Fahrzeuge in Deutschland. Die Werte sind Richtwerte — im Einzelfall kann die Stützlast je nach Baujahr, Motorisierung und AHK-Typ abweichen.
SUVs & Mittelklasse
| Fahrzeug | Stützlast | Zuladung (Arcos L) | Eignung |
|---|---|---|---|
| BMW X5 (G05) | 100–110 kg | 70–80 kg | ✓ uneingeschränkt |
| BMW X3 (G01) | 100 kg | 70 kg | ✓ uneingeschränkt |
| VW Tiguan | 100 kg | 70 kg | ✓ uneingeschränkt |
| Skoda Kodiaq | 100 kg | 70 kg | ✓ uneingeschränkt |
| Audi Q5 | 100 kg | 70 kg | ✓ uneingeschränkt |
| Mercedes GLC | 100 kg | 70 kg | ✓ uneingeschränkt |
| VW Passat Variant | 75–80 kg | 45–50 kg | ✓ volle Zuladung |
| Skoda Octavia Combi | 75–80 kg | 45–50 kg | ✓ volle Zuladung |
| Skoda Superb Combi | 80–100 kg | 50–70 kg | ✓ uneingeschränkt |
| VW Touran | 75–80 kg | 45–50 kg | ✓ volle Zuladung |
E-Autos
| Fahrzeug | Stützlast | Zuladung (Arcos L) | Eignung |
|---|---|---|---|
| Tesla Model Y | 100 kg | 70 kg | ✓ uneingeschränkt |
| Tesla Model 3 | 100 kg | 70 kg | ✓ uneingeschränkt |
| Hyundai Ioniq 5 | 100 kg | 70 kg | ✓ uneingeschränkt |
| Kia EV6 | 100 kg | 70 kg | ✓ uneingeschränkt |
| BMW iX | 100 kg | 70 kg | ✓ uneingeschränkt |
| VW ID.4 / ID.5 | 75–80 kg | 45–50 kg | ✓ volle Zuladung |
| Skoda Enyaq | 75–80 kg | 45–50 kg | ✓ volle Zuladung |
| VW ID.3 | 50–60 kg | 20–30 kg | ⚠ reduzierte Beladung |
Kompakt- & Kleinwagen
| Fahrzeug | Stützlast | Zuladung (Arcos L) | Eignung |
|---|---|---|---|
| VW Golf (8) | 75 kg | 45 kg | ✓ volle Zuladung |
| Audi A3 Sportback | 75 kg | 45 kg | ✓ volle Zuladung |
| Ford Focus Turnier | 75 kg | 45 kg | ✓ volle Zuladung |
| VW Polo | 50–60 kg | 20–30 kg | ⚠ reduzierte Beladung |
| Opel Corsa | 50–55 kg | 20–25 kg | ⚠ reduzierte Beladung |
| Renault Clio | 50 kg | 20 kg | ✗ nicht empfohlen |
Legende: ✓ uneingeschränkt = Arcos L/XL mit voller 50-kg-Zuladung. ✓ volle Zuladung = 50 kg gerade noch möglich. ⚠ = funktioniert, aber deutlich weniger Gepäck. ✗ = Stützlast zu knapp, Dachbox ist die bessere Alternative.
Systemgewichte der Heckbox-Modelle
Damit du richtig rechnen kannst, hier die Gewichte der Heckbox-Systeme, die wir verleihen und die am Markt verbreitet sind:
| Heckbox-System | Platform/Träger | Box | Systemgewicht | Mindest-Stützlast* |
|---|---|---|---|---|
| Thule Arcos L | 10 kg | 20 kg | ~30 kg | 80 kg |
| Thule Arcos XL | 10 kg | ~23 kg | ~33 kg | 83 kg |
| Thule Arcos M | 10 kg | 17 kg | ~27 kg | 77 kg |
| Thule Onto 2 | inkl. | ~25 kg | ~25 kg | 75 kg |
| Hapro Boxer L | 16,5 kg | 18,5 kg | ~35 kg | 76,5 kg** |
| TowBox V3 | inkl. | 38 kg | ~38 kg | 88 kg |
* Bei voller 50-kg-Zuladung. ** Hapro Boxer L hat 41,5 kg max. Zuladung.
3 Rechenbeispiele
Beispiel 1: Tesla Model Y + Arcos L
- Stützlast: 100 kg
- Systemgewicht Arcos L: 30 kg
- Verfügbare Zuladung: 70 kg
- Max. Zuladung der Box: 50 kg
- Ergebnis: Du kannst die vollen 50 kg nutzen. 20 kg Reserve.
Beispiel 2: VW ID.4 + Arcos L
- Stützlast: 75 kg
- Systemgewicht Arcos L: 30 kg
- Verfügbare Zuladung: 45 kg
- Max. Zuladung der Box: 50 kg
- Ergebnis: 45 kg statt 50 kg — reicht für die meisten Urlaubsfahrten locker aus.
Beispiel 3: VW Polo + Arcos L
- Stützlast: 55 kg
- Systemgewicht Arcos L: 30 kg
- Verfügbare Zuladung: 25 kg
- Max. Zuladung der Box: 50 kg
- Ergebnis: Nur 25 kg Zuladung — das reicht für leichtes Gepäck, aber nicht für den vollen Familienurlaub. Hier ist eine Dachbox die bessere Wahl.
Was passiert bei Überschreitung?
Die Stützlast zu überschreiten ist kein Kavaliersdelikt:
- Fahrverhalten: Zu viel Last auf der Kupplung drückt die Hinterachse runter und entlastet die Vorderachse. Die Lenkung wird unpräzise, der Bremsweg verlängert sich.
- Bußgeld: Überladung der Stützlast kann mit bis zu 60 € und 1 Punkt in Flensburg geahndet werden.
- Versicherung: Bei einem Unfall mit überladener AHK kann die Versicherung Leistungen kürzen — du bleibst auf dem Schaden sitzen.
- Materialschäden: Langfristige Überlastung kann die AHK, die Karosserie und die Hinterachse beschädigen.
Fazit
Die Stützlast-Prüfung dauert 2 Minuten und erspart dir böse Überraschungen. Die meisten modernen Autos — vom VW Golf über den Skoda Octavia bis zum Tesla Model Y — haben genug Stützlast für eine Thule Arcos L mit voller Beladung. Nur bei Kleinwagen wird es eng.
Unsicher? Sag uns einfach Fahrzeugmodell und Baujahr — wir prüfen die Kompatibilität kostenlos. Per WhatsApp, telefonisch unter 0152 2922 1075 oder vor Ort im Dachbox Zentrum in Hürth bei Köln.
Unsere Thule Arcos Heckbox gibt's ab 12 €/Tag — ohne Kaution, mit kostenloser Montageberatung.
Häufige Fragen
Kann ich die Stützlast meines Autos erhöhen?
Nein, die Stützlast ist vom Fahrzeughersteller festgelegt und kann nicht verändert werden. Auch eine stärkere AHK ändert nichts an der vom Hersteller freigegebenen Last. Du kannst aber eine Box mit geringerem Systemgewicht wählen (z. B. Thule Onto 2 mit ~25 kg).
Muss ich die Platform zum Systemgewicht zählen?
Ja, unbedingt. Die Platform (ca. 10 kg bei Thule Arcos) sitzt auf dem Kugelkopf und belastet die Stützlast genauso wie die Box selbst. Systemgewicht = Platform + Box.
Gilt die Stützlast auch, wenn die Box leer montiert ist?
Ja. Auch die leere Box mit Platform belastet die Stützlast — bei der Arcos L mit ca. 30 kg. Das ist bei den meisten Fahrzeugen aber kein Problem.
Was ist der Unterschied zwischen Stützlast und Dachlast?
Die Stützlast betrifft den Kugelkopf der AHK (vertikale Last nach unten). Die Dachlast betrifft das Fahrzeugdach und ist relevant für Dachboxen und Dachträger. Beides sind separate Limits.
Wo finde ich die Stützlast, wenn Feld 13 im Fahrzeugschein leer ist?
Bei Fahrzeugen ohne Werks-AHK ist Feld 13 oft leer. In dem Fall gilt der Wert auf dem Typenschild der nachgerüsteten AHK. Alternativ findest du die Information in der Betriebsanleitung deines Fahrzeugs oder beim Hersteller.
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