- Darf ich mit dem Firmenwagen in den Urlaub?
- Firmenwagen im Ausland – was du klären musst
- Versicherungsschutz auf Urlaubsfahrten
- Maut & Vignette – wer zahlt?
- Das Platzproblem lösen: Dachbox & Co.
- Kindersitz im Firmenwagen
- Panne & Unfall im Ausland
- Checkliste: Firmenwagen-Urlaub vorbereiten
- Steuer: Was gilt im Urlaub?
Darf ich mit dem Firmenwagen in den Urlaub?
Ja – wenn dein Arbeitgeber die Privatnutzung erlaubt. Und bei den meisten Firmenwagen ist genau das der Fall. Der Überlassungsvertrag (oder die Dienstwagenordnung) regelt, ob und wie du den Firmenwagen privat nutzen darfst – inklusive Urlaubsfahrten. Im Detail erfährst du alles zu den Regeln in unserem Ratgeber „Dienstwagen privat nutzen".
Prüfe vor der Urlaubsplanung diese Punkte im Überlassungsvertrag: Ist die Nutzung im Urlaub ausdrücklich erlaubt? Gibt es eine Kilometerbegrenzung? Sind Auslandsfahrten erlaubt – und wenn ja, in welche Länder? Dürfen Ehepartner oder Kinder den Firmenwagen mitfahren oder sogar selbst fahren?
Firmenwagen im Ausland – was du klären musst
Die meisten Überlassungsverträge erlauben Fahrten innerhalb der EU ohne Einschränkung. Für Länder außerhalb der EU (Türkei, Marokko, Balkan-Staaten außerhalb der EU) kann es Einschränkungen geben.
Vor der Reise klären:
Länder-Freigabe: Manche Arbeitgeber schließen bestimmte Länder aus – vor allem solche mit erhöhtem Diebstahlrisiko. Frag deinen Fuhrparkmanager.
Grüne Versicherungskarte: Für EU-Länder brauchst du keine separate Versicherungsbestätigung. Für Nicht-EU-Länder fordere die Internationale Versicherungskarte (grüne Karte) bei deinem Arbeitgeber an. Die grüne Karte ist kostenlos und bestätigt, dass dein Fahrzeug im Ausland haftpflichtversichert ist.
Fahrzeugpapiere: Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) immer mitführen. Bei Firmenwagen auf den Namen des Arbeitgebers zugelassen? Dann nimm sicherheitshalber eine Nutzungsbestätigung des Arbeitgebers mit – eine formloses Schreiben das bestätigt, dass du das Fahrzeug nutzen darfst.
Warnweste & Verbandskasten: Die Regeln sind in jedem Land anders. In Österreich und Italien ist eine Warnweste Pflicht, in Frankreich auch ein Alkoholtester (Pflicht, aber keine Strafe bei Verstoß). Prüfe die Vorschriften für dein Zielland.
Schreib 2–3 Wochen vor dem Urlaub eine kurze E-Mail: „Ich fahre vom [Datum] bis [Datum] nach [Land]. Bitte bestätigen Sie, dass die Nutzung erlaubt ist und senden Sie mir ggf. die grüne Versicherungskarte." So bist du auf der sicheren Seite.
Versicherungsschutz auf Urlaubsfahrten
Die KFZ-Haftpflichtversicherung deines Firmenwagens gilt in der Regel in allen EU-Ländern plus Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein. Für Nicht-EU-Staaten hilft die grüne Versicherungskarte.
Die Kaskoversicherung (Vollkasko oder Teilkasko) gilt normalerweise ebenfalls EU-weit – prüfe aber die Vertragsbedingungen. Manche Kaskoversicherungen schließen bestimmte Länder aus oder haben höhere Selbstbeteiligungen im Ausland.
Selbstbeteiligung bei Unfällen: Bei einem selbstverschuldeten Unfall auf einer Privatfahrt (also auch im Urlaub) kann der Arbeitgeber die Selbstbeteiligung der Kaskoversicherung von dir verlangen. Üblich sind 500–1.000 €. Der genaue Betrag steht im Überlassungsvertrag.
ADAC Auslandsschutzbrief: Empfehlenswert für alle die mit dem Firmenwagen ins Ausland fahren. Der ADAC Auslandsschutzbrief bietet Pannenhilfe, Abschleppservice und Krankenrücktransport – auch für Firmenwagen. Alternativ: Prüfe ob dein Arbeitgeber bereits einen Schutzbrief über die Flottenversicherung hat.
Maut & Vignette – wer zahlt?
Das ist eine Grauzone, die im Überlassungsvertrag geregelt sein sollte. In der Praxis gilt meistens: Maut auf Privatfahrten zahlst du selbst. Das betrifft die Vignette für Österreich, die Streckenmaut in Italien und Frankreich, sowie die Schweizer Jahresvignette.
Eine Übersicht aller Mautkosten in Europa findest du in unserem Maut-Europa Guide.
| Ziel ab NRW | Maut-Kosten (ca., Hin + Zurück) | Vignette nötig? |
|---|---|---|
| Gardasee (über Brenner) | ca. 85 € (AT Vignette + Brenner + IT) | AT: ja |
| Côte d'Azur | ca. 120–150 € (FR Streckenmaut) | Nein |
| Kroatien (über AT + SLO) | ca. 90 € (AT + SLO Vignetten + HR) | AT + SLO: ja |
| Dänemark / Schweden | ca. 100 € (Storebaelt + Öresund) | Nein |
| Niederlande / Belgien | 0 € | Nein |
Tipp: Wenn dein Arbeitgeber eine Tankkarte stellt, kläre vorab ob die Maut darüber abgerechnet werden kann. Manche Flottenkarten (z.B. DKV, UTA) decken auch Mautgebühren ab.
Das Platzproblem lösen: Dachbox & Co.
Hier wird es für Firmenwagen-Fahrer besonders relevant: Der BMW 3er Touring hat 500 Liter Kofferraum, der VW Passat Variant 586 Liter. Klingt viel – aber mit zwei Kindern, Kinderwagen, Kühlbox und Strandspielzeug ist das schnell voll.
Die Lösung: Eine Dachbox mieten. Bei uns bekommst du die Box + den passenden Dachträger für genau dein Firmenwagen-Modell. Montage inklusive, keine Kaution, kein Kratzer am Leasing-Lack. Nach dem Urlaub gibst du alles zurück – dein Firmenwagen sieht aus wie vorher.
Alle Details, Preise und eine Tabelle mit passenden Boxen für 8 beliebte Firmenwagen-Modelle findest du in unserem Dachbox-Firmenwagen Guide.
Fahrräder mitnehmen? Ein Heck-Fahrradträger ist für den Gardasee oder Mallorca die perfekte Ergänzung. Dachbox für Gepäck, Heckträger für Räder – der Kofferraum bleibt frei für Snacks und Kinderspiele.
Kindersitz im Firmenwagen
Viele Firmenwagen-Fahrer nutzen ihren Dienstwagen als einziges Familienauto. Das bedeutet: Der Kindersitz muss rein. In Deutschland und den meisten europäischen Ländern gilt Kindersitzpflicht bis 12 Jahre oder 150 cm (in Österreich bis 14 Jahre oder 135 cm!).
Isofix im Firmenwagen: Die meisten aktuellen Modelle (BMW, Audi, VW, Mercedes, Skoda, Tesla) haben Isofix-Befestigungen auf der Rückbank. Prüfe vor dem Urlaub, ob dein Kindersitz zum Firmenwagen passt – besonders wenn du den Firmenwagen kürzlich gewechselt hast.
Zweiten Kindersitz mieten: Für den Mietwagen vor Ort oder die Großeltern: Bei uns kannst du geprüfte Britax Römer Kindersitze mieten. Mehr dazu in unserem Kindersitz-Ratgeber.
Panne & Unfall im Ausland
Panne: Ruf zuerst den Pannendienst an, der über deinen Arbeitgeber oder die Flottenversicherung läuft (Nummer steht meistens im Handschuhfach oder auf der Servicekarte). Alternativ: ADAC (auch für Nicht-Mitglieder gegen Gebühr) oder den lokalen Automobilclub.
Unfall: Europäischer Unfallbericht ausfüllen (im Handschuhfach oder vorab im Internet herunterladen). Fotos machen. Polizei rufen (in vielen Ländern bei Sachschäden Pflicht). Arbeitgeber und Flottenversicherung informieren.
Diebstahl: Sofort Polizei vor Ort informieren und Anzeige erstatten. Dann Arbeitgeber und Versicherung kontaktieren. Wichtig: Keine Wertgegenstände sichtbar im Auto liegen lassen – besonders in südeuropäischen Ländern ein häufiges Problem. Eine Dachbox hilft auch hier: Gepäck das oben verstaut ist, sieht man von außen nicht.
Checkliste: Firmenwagen-Urlaub vorbereiten
2–3 Wochen vorher:
1. Überlassungsvertrag prüfen: Auslandsfahrt erlaubt? Länderbeschränkungen?
2. Fuhrparkmanager informieren: Reisezeitraum, Zielland, ggf. grüne Karte anfordern
3. Dachbox reservieren – in den Sommerferien schnell ausgebucht!
4. Vignette kaufen – Österreich 18-Tage-Frist bei Online-Kauf beachten!
1 Woche vorher:
5. Reifendruck auf „volle Beladung" anpassen (steht im Türrahmen)
6. Ölstand, Kühlwasser, Scheibenwischwasser prüfen
7. Verbandskasten, Warnweste, Warndreieck checken
8. Kindersitz einbauen und prüfen
Am Reisetag:
9. Dachbox abholen und montieren lassen
10. Fahrzeugpapiere + Nutzungsbestätigung + Versicherungskarte einpacken
11. Navi-Update + Ladekabel + Offline-Karten bereit?
12. Losfahren und genießen!
Steuer: Was gilt im Urlaub?
Steuerlich ändert sich im Urlaub nichts. Ob du den Firmenwagen zum Einkaufen, zum Besuch bei den Schwiegereltern oder zum 2-Wochen-Urlaub am Gardasee nutzt – alles ist durch die 1-%-Regelung (oder das Fahrtenbuch) bereits abgedeckt.
Die Urlaubsfahrt ist eine Privatfahrt – und die private Nutzung wird pauschal über den geldwerten Vorteil versteuert. Du musst also keine zusätzlichen Kosten befürchten. Die Maut und eventuelle Parkgebühren im Urlaub sind private Ausgaben und nicht absetzbar.
Mehr Details zur Versteuerung findest du in unserem Ratgeber „Dienstwagen privat nutzen".
Dachbox + Dachträger + optional Fahrradträger oder Kindersitz – passend für deinen Firmenwagen. Per WhatsApp Modell durchgeben, wir kümmern uns um den Rest.
Fazit
Mit dem Firmenwagen in den Urlaub – das ist für Millionen Deutsche Alltag. Und mit der richtigen Vorbereitung wird es stressfrei: Überlassungsvertrag checken, Versicherung klären, Maut vorbereiten und das Platzproblem mit einer Miet-Dachbox lösen. So wird aus dem Dienstwagen ein perfektes Urlaubsauto – ohne Risiko für den Leasing-Lack und ohne Investition in ein Auto das dir nicht gehört.
Schönen Urlaub!